Giorgio Zehnder

Ich bin Kameramann. In den letzten 50 Jahren durfte ich manchen Dokumentarfilm drehen, viel Werbung und ein Dutzend Spielfilme gestalten. Hinzu kamen immer wieder kleine und grosse Businessproduktionen in der Nähe und und in der weiten Welt.

Es war die Zeit einer grossartigen, technischen und gestalterischen Entwicklung. Angefangen habe ich 1968 hinter einer „hölzernen“ 35mm Askania-Kamera.  Bald kamen mehr und minder handlichen Kameras dazu, Arri’s, Eclair’s, Moviecam’s, Panaflex etc. Die ersten tragbaren Videokameras habe ich mehr als Rück- denn als Fortschritt erlebt. Erst die digitale (r)Evolution erweiterte massiv unseren gestalterischen Kamera-Horizont, den wir mit dem Verlust der Film-Magie, des Zaubers der latenten Bilder bezahlten. Die Herausforderung ist und bleibt spannend. Die Kameras werden kleiner, das Drum und Dran immer grösser, nur, die Zeit auf unseren Filmsets wird knapper, unsere Budgets magerer, die Crews noch „polyvalenter“. War’s das nicht schon immer so?

Gruess, Giorgio

gio bw